HERSBRUCK – Michael Schober, Kunstlehrer am Paul-Pfinzing-Gymnasium und Buchillustrator, hat sich für seinen Kunstunterricht allerhand neue Ideen einfallen lassen. Fern von Klassenzimmern und Heften hat die Klasse 6f zusammen mit ihrem Lehrer zwei kreative Kunstprojekte verwirklicht.
Zu der Musik von Kesha mit „Take it off“ haben sich die Sechstklässler ein amüsantes, ideenreiches und ausgefallenes Musikvideo ausgedacht und mit Schober und einer Nikon D90 in die Tat umgesetzt. Der Clip beginnt mit einer Szene im Klassenzimmer, in der die Schüler gegen ihren Lehrer rebellieren und mit Blättern um sich werfen. Dann stürmt die Klasse unbeirrt aus dem Zimmer. Die nächsten Szenen spielen sich auf dem Weg zum Hersbrucker Freibad ab. Die feiernden und tobenden Schüler rennen durch den Rosengarten, manche sorgen für Aufruhr auf dem Spielplatz, andere singen und tanzen zur Musik. Im Freibad angekommen, hüpfen die Schüler samt Kleidung ins Wasser und machen sogar vor dem Bademeister nicht halt. Kurzerhand wird Bademeister Markus ins Wasser geschubst.
Das Video ist in zwei Doppelstunden und ein paar Stunden Videoschnitt entstanden. Die gute Kameraführung und die ungewöhnlichen Perspektiven, aus denen der Clip gedreht ist, nähern sich der Arbeit von Profis an. Die Schüler der 6f beweisen auch schauspielerisches Können. In der witzigen Anfangsszene, in der sie gegen den Lehrer rebellieren, schaffen es alle, eine ernste Miene aufzusetzen.
Ihr zweites Projekt führte Michael Schober und seine Klasse in die kieferorthopädische Praxis von Dr. Annett Markula-Liegau. Neues entdecken, Neues probieren, Spaß haben und lernen. Das waren die Grundgedanken, die hinter dem Projekt standen. Die Aufgabe der Klasse war, aus vielen Bilderrahmen ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk entstehen zu lassen, das nun im Wartezimmer der Praxis ausgestellt ist. Jedes Kind konnte sich die Gestaltung seines Rahmens selbst überlegen. Ob mit Bleistift oder Pinsel, avantgardistisch oder gegenständlich – den jungen Künstlern war alles erlaubt. „Die Bilderrahmen sind alle kunterbunt geworden. Das Kunstwerk sieht aus wie ein Regenbogen“, meint Schülerin Julia Schreiner. Die Bilder zeigen Porträts lächelnder junger Menschen.
Michael Schobers Idee war, mit diesen beiden Projekten den Schülern kreativen Gestaltungsfreiraum zu schaffen. Dass er mit seinem Konzept Erfolg hatte, beweisen die positiven Feedbacks der Schüler. „Das Unterrichtsfach Kunst hat mir richtig Spaß gemacht. Hier konnte jeder seine kreativen Fähigkeiten zeigen“, sagt beispielsweise Nikita Deinzer aus Schobers Klasse.
Rebecca Haase
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