HERSBRUCK/GARDASEE – Die Spannung vor dem Start war groß, nun sind unsere beiden Elektro-Auto-Piloten schon so gut wie am Ziel. Heute gehen Jürgen Putzer und Michael Wenzl mit ihrem Twike auf die letzte Etappe der „e-miglia“. Und das haben sie bisher so alles erlebt:
„Bevor es bei der e-miglia 2010 so richtig los geht, heißt es die Abnahme in München zu durchlaufen. Die Papiere von Fahrer und Beifahrer werden geprüft und der technische Zustand des Fahrzeugs kontrolliert. Die meisten Fahrzeuge mussten auch auf den Bremsenprüfstand. Bei unserem Twike wurde die Verzögerung durch einen Praxisversuch überprüft. Sehr zur Freude der anwesenden Kameraleute, die das Schauspiel auf Video bannten. Wie nicht anders zu erwarten war, verlief die technische Prüfung des Twike ohne Beanstandung. Nachdem alle Fahrzeuge und Fahrer abgenommen waren und das Fahrerfeld der vorgestallt war, folgte das erste Fahrerbriefing. Als Hausaufgabe für alle, ist das Studium des Roadbooks angesagt. Das ganze wird keine Spazierfahrt. Doch jetzt gibt es kein zurück mehr. Jedes der teilnehmenden Teams hat eine Chance zu gewinnen.
Pünktlich um 9:16 ging es am nächsten Tag in München los. Die Fahrt war sehr entspannt und wir vielleicht ein wenig zu sehr. In Peißenberg fiel die Shopping-Pause ein wenig zu lang aus, was sofort damit bestraft wurde, dass wir als letztes zum Mittagsziel kamen. Die vierstündige Ladepause über Mittag könnte sich das Twike eigentlich sparen. Wenig rühmlich lief die Sonderprüfung für uns, für die wir 50 Sekunden zu lange gebraucht haben. Mit dem Resultat, dass wir das Feld von relativ weit hinten aufrollen können. Das ist einerseits schade, wird dafür mehr als aufgewogen, durch die Sympathien, die uns überall entgegen fliegen. Kaum steht das Twike und ist das Verdeck geöffnet bildet sich eine Traube um unser Elektromobil. Es macht wirklich Spaß mit den Leuten in Kontakt zu kommen und ihnen ein positives Bild der Elektromobilität zu vermitteln. Sieger der ersten Etappe wird das Termin Energiebau, gefolgt von zwei weiteren Tesla Roadstern.
Um 08:16 Uhr hieß es für uns auf nach Innsbruck. Zwei knackige Anstiege standen auf dem Programm. Etwa 600 Höhenmeter nach Seefeld und nach einer Abfahrt, noch einmal 500 Höhenmeter nach Sellrain, OT Tanneben. Da sahen uns wohl schon einige Rallyekollegen straucheln, doch die mussten wir enttäuschen. Entspannt ging es mit unserem Twike in Innsbruck durchs Ziel. Die Sonderprüfung war nicht so ganz unser Fall. Nach der gestrigen Erfahrung, haben wir heute ein wenig Geschwindigkeit aufgenommen. Das zeigte zwar deutlich zu was ein Twike fähig sein kann, brachte uns aber leider eine Strafzeit ein. Im heutigen Rallye-Bulletin wurden wir explizit erwähnt: „Starke Waden zeigten Michael Wenzl und Jürgen Putzer im Twike, dem einzigen Wettkampfgefährt mit Steuerhebel und Fahrradpedalen. Die unterstützen den bis zu 5 kW starken Antrieb der futuristischen Konstruktion. Aber alleine mit den Pedalen wäre es nicht möglich, das Fahrzeug von der Stelle zu bewegen, denn dazu ist das Twike mit einem Leergewicht von 300 kg einfach zu schwer. Pedalieren und Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, helfen, die Akkus stets bei Laune zu halten.“ Es führt immer noch das Team Energiebau, gefolgt von zwei weiteren Tesla Roadstern. Wir schauen uns das weiter lieber von weiter hinten an.
Der vorletzte war ein anstrengender Tag, es ging über zwei Pässe. Erst der Brenner, danach der Jaufenpass. Beides mit einer Akkuladung und es wäre noch weiter gegangen, stünde nicht die obligatorische Mittagspause für alle Teams an. Unser heutiges Highlight war die Sonderprüfung auf dem Safety-Park in Bozen. Nur eine halbe Sekunde Differenz hatten wir zur Zeitvorgabe und schafften damit den fünften Platz der Tageswertung!“
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