Lichtspielfreunde starten durch

HERSBRUCK – Das City Kino ist gerettet, schon bald werden dort wieder Filme über die Leinwand flimmern – echte Klassiker, seltene Leckerbissen und Lehrreiches. Das Programm im alteingesessenen Hersbrucker Lichtspielhaus bestreitet ab sofort der frischgebackene Verein „Lichtspielfreunde City Kino“. Schon beim zweiten Treffen wurde der Vorstand gewählt, damit die Cineasten endlich loslegen können.

Einstimmig fiel die Wahl der 25 Anwesenden auf Herbert Schlittenbauer, Initiator der Kino-Rettungsaktion, als den ersten Vorsitzenden im Verein. Schriftführerin ist künftig Karin Plank-Hauter. Ortrud von Papp wurde zur Kassiererin gewählt.

Richard Siebenbürger wird als Beisitzer die Programmplaner beraten. Und auch Kino-Besitzerin Hedwig Bäumler, Ursula Salewski, Heidrun Zimmermann und Dr. Erdmute Lipper sind als Beisitzerinnen im Vorstand vertreten. Gemeinsam machten sie die sieben notwendigen Unterschriften für die gültige Vereinsgründung vollzählig.

„Viele Leute haben auch viele Ideen. Wir wollen den Vorstand bewusst eher breit anlegen. Schließlich gibt es gerade am Anfang viel zu tun und das wollen wir gemeinsam schultern“, sagte Herbert Schlittenbauer nach der erfolgreichen Wahl. Peter Wagner, bereits erster Vorstand im Kick (Kleinkunst im City Kino), hatte sich bewusst gegen einen zusätzlichen Posten entschieden: „Das heißt aber nicht, dass ich die „Lichtspielfreunde“ nicht voll unterstütze, etwa mit einer passenden Rubrik auf der Internetseite des Kick“, betonte Wagner.

Im Vorfeld hatten die „Lichtspielfreunde“ gemeinsam ihre Vereinssatzung erarbeitet: Inspiration kam auch von anderen regionalen Vereinen wie etwa „arteschock“ aus Lauf und dem „Casa e.V.“, dem Verein zum Erhalt des Nürnberger Stadteil-Kinos Casablanca. Und auch Peter Wagner gab wichtige Tipps: „Die Satzung lieber etwas allgemeiner halten, denn jede Änderung kann nur mit Notar erfolgen“, so Wagner aus eigener Erfahrung.

Längere Zeit wurde auf die Formulierung des Vereins-Zwecks verwendet. Dabei sollten sowohl Kino-Kultur als auch der Bildungsauftrag nicht zu kurz kommen. „Immerhin streben wir eine enge Zusammenarbeit mit der VHS sowie der Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung der kirchlichen Einrichtungen an“, betonte Schlittenbauer. Am Ende einigte man sich auf: „Förderung der Lichtspielkultur in Hersbruck. Der Satzungszweck wird insbesondere durch kulturelle und Bildungs-Veranstaltungen verwirklicht.“

In groben Zügen wurde die Vereins-Arbeit umrissen. An zwei festen Wochentagen sollen künftig wieder Filme, die jeweils zwei zuvor festgelegte Themenreihen bedienen, gezeigt werden. „Da gibt es zum Beispiel es den „besonderen Film“, eine Auswahl bestimmter Literaturverfilmungen, Dokumentationen oder auch Opern-Filme, und den „Event-Film“, den wir mit dem passenden kulinarischen Angebot abrunden“, führte Schlittenbauer aus.

Beim besonderen Film könnten extra geladene Fachleute den Zuschauern vorab eine Einführung liefern oder anschließende Diskussionsrunden leiten. Beim „Film mit kulinarischem Hintergrund”, eine Idee von Richard Siebenbürger, sei eine Zusammenarbeit mit Hersbrucker Gastronomen denkbar.

Auch Filme für Jugendliche und Kinder sind geplant. Im Vorprogramm des Gitarren-Festivals seien vielleicht spezielle Musikfilme gefragt, etwa eine Reihe mit Arbeiten des Regisseurs Wim Wenders („Buena Vista Social Club“, „BAP“, „Lisbon Story“). Um einen Überblick über die Besucherzahlen zu bekommen, schwebt Schlittenbauer eine verbindliche Online-Anmeldung vor. Zudem bestehe die Möglichkeit Filmreihen als Abo anzubieten. Eine andere Idee ist der „Familien-Film“ bei dem die ganze Familie zum Sonderpreis ins Kino gehen kann. Und auch die Schulen sollen das Kino über den Verein für Projekte nutzen. „Wir wollen alle Hersbrucker erreichen“, brachte Schlittenbauer das Ziel auf den Punkt.

Die gesammelten Ideen in einen ordentlichen Rahmen zu bringen, ist die erste Aufgabe für den neuen Vorstand. Das nächste gemeinsame Treffen aller Vereinsinteressierten findet am 22. Februar, 19.30 Uhr im City Kino statt. Mit dabei ist dann Christiane Schleindl, Leiterin des Filmhauskinos Nürnberg, die in ihrer Funktion als Vorsitzende im „Bundesverband für kommunale Filmarbeit“ beraten wird.

Drei Filme sind in Planung: Der Eröffnungsfilm „Das Brot des Bäckers“ (einziger Hersbrucker Kinofilm), „We want sex“ (Anfang April) und „Das Ende ist mein Anfang“ im Rahmen der Karwoche. Der Verein sucht noch Internet-Begeisterte für die Erstellung einer Homepage. Zudem bietet Familie Bäumler eine Einführung in das Handwerk des Filmvorführers an, sofern jemand die Aufgabe im Verein übernehmen möchte.

Anna Schneider

Rückfragen: herbert.schlittenbauer@gmx.de; Tel.: 09151/8144544

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