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Wie der Hirsch in den Gehörgang springt…

HERSBRUCK – Das geht ins Ohr, das bleibt im Kopf: Wer sich über die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte Hersbrucks informieren will, kann dies in Zukunft bequem über seinen mp3-Player bewerkstelligen. Denn die Stadt hat einen neuen Audioguide. In mühevoller Kleinarbeit haben 13 Gymnasiasten unter der Leitung von Deutschlehrer Alexander Frisch einen digitalen Stadtführer erstellt.

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„Hörsbruck“ lautet der passende Name des Projektseminars im Fach Deutsch. Was auf dem Audioguide alles zu hören ist, dürfte auch diejenigen interessieren, die schon länger hier wohnen: „Die Stadt habe ich jetzt noch besser kennengelernt“, verriet Schulleiter Georg Fleischer, der schon seit über 30 Jahren in Hersbruck lebt. „Schwer beeindruckt“ zeigte sich auch Bürgermeister Robert Ilg bei der Präsentation des neuen Mediums im Rathaus. Er hatte vorab eine der limitierten Audioguide-Boxen bekommen und sich den, wie er selbst sagte, städtischen Rundgang schon „reingezogen“, und war von den Stimmen der Sprecher und den wertvollen Informationen sehr angetan.

Das war auch genau das Ziel, das die ersten Abiturienten des achtstufigen Gymnasiums verfolgten: Über Hintergründe Hersbrucker Bauten wie der Stadtkirche, des Rathauses oder des Schlosses zu informieren, aber auch – wie in den Titeln „Schmalztopflegende“, „Kapitulation“ und „Sigmund Faber“ – mit lustigen und zum Teil erstaunlichen Anekdoten in Form kurzer Hörspiele zu unterhalten. Die Begebenheit etwa, warum die Amerikaner im Jahr 1945 Hersbruck nicht bombardierten, obwohl der General den Befehl schon gegeben hatte, wird auf Titelnummer 17 beantwortet. Zu hören sind außerdem O-Töne des früheren Bürgermeisters Wolfgang Plattmeier zur Cittaslow (Nummer 12) und des ehemaligen Stadtarchivars Albert Geng zur Sage, dass Hersbruck seinen Namen einem Hirsch verdankt, der einst vor den Toren der Stadt stand. Der Erzählung zufolge gelang das Tier mit dem großen Geweih so auch ins Stadtwappen. (Nummer 14). Der Audioguide wäre jedoch nicht ein Projekt von Jugendlichen, wenn er nicht auch die jüngsten musikalischen Entwicklungen der „German Secret Rock City“ (Deutschlands Geheimtipp für Rockmusik) zur Sprache brächte. Nummer 24 stellt die bekanntesten Hersbrucker Rockbands vor und lässt den Rundgang mit „Riddles in the Dark“ (Nummer 25), einem Song der Band „Bear Mountain Picnic Massacre“, ausklingen.

Bis der mp3-Stadtführer fertig war, leisteten die Schüler ein Jahr lang akribische Feinarbeit. Sie interviewten Zeitzeugen, stöberten im Stadtarchiv und legten die Wegstrecken fest. Dann ging´s ans Texte schreiben. Diese vertonten die Gymnasiasten in einem professionellen Henfenfelder Musikstudio und schnitten die Aufnahmen im Anschluss passend für die Beiträge. Rund 60 Minuten zum Hören und Staunen um und über Hersbruck sind dabei entstanden. Die verschiedenen Passagen können nun auf der vorgeschlagenen Route, aber auch nach Lust und Laune einzeln an den insgesamt 14 Haltepunkten angehört werden.

Für die Verwirklichung des Projekts war Organisator Alexander Frisch auf die großzügige Unterstützung zahlreicher Sponsoren und ehrenamtlicher Helfer angewiesen. Und natürlich ebenso auf den tatkräftigen Einsatz seiner Schüler. „Im Rückblick ist es mir ein Rätsel, wie wir das alles geschafft haben”, sagt er und fügt lobend hinzu: „Das war nur möglich, weil alle, zu großen Teilen in ihrer Freizeit, so engagiert mitgearbeitet haben.“

Das Ergebnis ist ab sofort zu haben. Unter www.hörsbruck.de können sich Interessierte die Dateien herunterladen und auf ihre mp3-Player oder Smartphones übertragen. Um alle Stationen zu finden, steht auf der Internetseite ein Stadtplan als pdf-Datei zur Verfügung. Das Angebot wird in Kürze zudem auf dem Onlineauftritt der Stadt Hersbruck erscheinen.

Der Audioguide ist kostenlos. Wer eine Spende für den informativen Hörgenuss entrichten will, kann dies mit ein paar Mausklicks auf der Homepage tun.

Ulla Meckler

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