Auf die Nase, fertig, los

KUCHA – Im Jahre 1961 sind George Clooney, Lothar Matthäus und Barack Obama geboren – und der Schnupferclub Kucha. Zum 50. Geburtstag wird nun die 44. Deutsche Meisterschaft der Sportschnupfer in Kucha ausgetragen. Das Ereignis findet statt am Samstag, 25. Juni, ab 18 Uhr.

Am 4. Juni wurde bereits mit einem Festkommers gefeiert. 25 Mitglieder trafen sich 1961 im Oktober zur Gründungsversammlung. Heuer feiert der etwas außergewöhnliche Sportverein seinen 50. Geburtstag. Sportverein? Jawoll! Denn das Schnupfen sieht zwar aus wie Nasenbohren, ist aber ein urbayerischer Sport.

Große Ereignisse der Nasen-Athleten sind Kucha nicht fremd: Schon mehrmals hat der 75 Schnupfer starke Club fränkische (1970), bayerische (1973, 1997, 2001), deutsche (1975) sowie 2004 gar die Weltmeisterschaft ausgerichtet. Doch die Kuchaer Zinken-Sportler wissen nicht nur zu organisieren, sondern auch Erfolge zu feiern: Achtmal ging ein deutscher Meistertitel im Einzel – dank Alfred Blos (1971-73) und Günter Nesbeda (76, 82) – und Team (71, 78, 82) schon ins Dörfchen. Wer 2011 den Titel „erschnupft“, zeigt sich am 25. Juni.

Wenn es heißt „Schnupfer fertig machen! – Dosen öffnen! – Achtung, fertig, los!“, läuft die Uhr. Rein schaufeln was geht in den Zinken, heißt die Devise. Aber ohne, dass der feinste Schmalzler-Schnupftabak wieder aus der Nase fällt: Das wäre der Supergau für Sportschnupfer. Nach einer Minute sitzen die Kontrahenten still, zur Wertung. Zuerst gibt es Sauberkeitspunkte. Dann werden die Ta bak reste sorgfältig zusammengepinselt, in die Dosen zurück geschüttet – und auf einer Präzisionswaage genauestens abgewogen. Denn jedes zurückgebliebene Zehntelgramm Tabak gibt Abzüge.

Dieses Spektakel werden sich rund 2000 Neugierige und Schnupfer-Fans nicht entgehen lassen. Es werden zwischen 200 und 300 aktive Wettkämpfer aus dem gesamten Bundesgebiet, die meisten aber aus dem Ursprungsland Bayern, um die Meisterpokale in den Wettbewerben Herren-Einzel, Damen-Einzel, Herren-Mannschaft und Damen-Mannschaft streiten. Als Schirmherren fungiert eine Doppelspitze: Landrat Armin Kroder wird vom fachkundigen Bürgermeister Rauh unterstützt – der ist Ex-Schnupfer.

Andrea Pitsch

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