Quer durch Talauen und Wälder

ETZELWANG – Hengst Midar startete mit seiner Reiterin Barbara Zeussel als Erster auf den Distanzritt, um nach 39 Kilometern auch als Erster im Ziel anzukommen. In der Region um Etzelwang gab es eine derart anspruchsvolle Reitsportveranstaltung das erste Mal. Organisator Christian Lüke nutzte die Vielfalt und Schönheit der Oberpfälzer Alb für eine interessante Strecke.

Start und Ziel bildete das Lifthaus des Skivereins Etzelwang. Dort untersuchten Tierärzte jedes Pferd auf Herz und Kreislauf, Durchblutung und störungsfreie Laufbewegungen. Nach der Voruntersuchung ohne Befund starteten im Dreiminutentakt jeweils drei Pferde in Richtung Erkelsdorf. Die Tour nutzte Feldwege hinauf auf Höhenzüge genauso wie hinunter in die Talauen, durch schattenspendende Wälder, aber auch entlang auf sonnendurchfluteten Abschnitten, bei denen das schwüle Sommerwetter mit hohen Temperaturen Mensch und Tier zusätzliche Kraft abverlangte.

In Buchhof stand eine erneute Überprüfung von Herz und Kreislauf der Pferde an, bevor sie sich mit ihren Reitern die letzte Etappe vornehmen konnten. So steuerten sie als nächstes München an, das sie in drei Minuten durchquerten. Auf dem folgenden Höhenrücken ritten sie nach Hauseck, hinab nach Schmidtstadt, Gerhardsberg und von dort zurück zum Gelände des Skivereins. Mit Abstand die schnellste Zeit erreichte Hengst Midar mit drei Stunden und 13 Minuten.

Der Distanzritt, erklärte Organisator Christian Lüke die Entstehung dieser sportlichen Herausforderung, gehe auf die Bedürfnisse der Kavallerie bei kriegerischen Auseinandersetzungen zurück. Dabei mussten möglichst große Entfernungen in kurzer Zeit überwunden werden. Bei der sportlichen Variante erfolgt die Wertung nicht ausschlaggebend über die Geschwindigkeit.

Bei dieser Einstiegsveranstaltung des „Trans Alb“ mit verhältnismäßig kleiner Distanz von 39 Kilometern soll bei den Reitern die Lust auf größere Entfernungen geweckt werden. Denn der Marathon zu Pferd erlebt Veranstaltungen, bei denen bis zu 160 Kilometer geritten werden.

Bei der Erstveranstaltung erfolgte die Wertung in drei Leistungsgruppen. Für jede war im Vorfeld unter Beachtung der Anforderungen durch das wechselnde Gelände ein Zeitfenster ermittelt worden, innerhalb dessen die Strecke zurückgelegt werden sollte. Die Hälfte der gestarteten Reiter erfüllte diese Vorgaben und wurde somit einer der Leistungsklassen zugeordnet.

Leonhard Ehras

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