HARTENSTEIN – Passender hätte der Rahmen nicht sein können: Auf der Burg Hartenstein mit Blick auf die Felsen, also dem Ort des Geschehens im Mai 2012, gaben der Arbeitskreis Klettern und die Organisatoren des 1. Internationalen Frankenjura-Kletterfestivals Einblick in das Programm dieser viertägigen Großveranstaltung. Die Hoffnung der „Macher“: Die Frankenpfalz für den Tourismus zu erschließen.
Sie erhoffen sich eine Chance für die Region des gesamten Frankenjura, wenn tausende Besucher an Pfingsten 2012 ins Pegnitztal strömen. „Das Kletterfestival soll keine einmalige Party sein, sondern ein strategisches Marketinginstrument“, erläuterte Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß den eigentlichen Anstoß zu diesem Event. Bereits im November 2008 fragten sich die acht Frankenpfalz-Gemeinden Auerbach, Betzenstein, Plech, Neuhaus, Velden, Hartenstein, Hirschbach und Königstein, wie sie den Tourismus ankurbeln könnten, blickte der Neuhauser Bürgermeister Josef Springer zurück.
Für Neuß war klar: Der Fokus muss auf dem Klettern liegen, denn mit der „Action Directe“ (Schwierigkeitsgrad elf) beherbergt der Frankenjura die schwerste Route weltweit und dazu noch 1000 Felsen und 12.000 Kletterstrecken. „Wir haben hier also das beste Klettergebiet der Welt“ und als solches will es Ideengeber Neuß durch das Festival ab 2012 auch global positionieren. Kein Wunder, dass die Großveranstaltung sehr professionell und mit einem hohen Anspruch aufgezogen wird. Aber nur mit viel Herzblut und langer Planung sind tausende Besucher und eine Wiederholung des Festivals möglich. Und nur so ist das Kletterfest als Teil der Wertschöpfungskette hin zu Mehrtagestouristen nutzbar.
Doch zunächst sollen Freizeit- und Leistungskletterer sowie Outdoor-Fans und Ausflügler für vier Tage in die Frankenpfalz kommen, erklärte Fest-Koordinator Sven König. Eröffnet wird die Veranstaltung am 25. Mai 2012 mit einer Party mit Liveband und Vorträgen rund um Naturschutz, Klettern und Outdoor von internationalen Klettergrößen im Betzensteiner Freibad und dem angrenzenden Hochseilgarten.
Ein erstes Highlight wartet dann Samstag, 26. Mai, und Pfingstsonntag mit dem deutschen Bouldercup in Auerbach. Dabei handelt es sich um die nationale Meisterschaft von Jugend, Damen und Herren beim Klettern ohne Seil in Absprunghöhe. Die Organisatoren hatten sich extra um die Austragung bemüht, die der DAV gerne zuerkannte. Eine Bergsportmesse und eine „After-Climb-Party“ ergänzen das Wochenende.
Am Pfingstmontag lässt sich abschließend im Pegnitztal flanieren. Von sieben bis 19 Uhr soll die rund fünf Kilometer lange Hauptstraße von Lungsdorf nach Rupprecht stegen für den Verkehr gesperrt werden. Statt Autos gibt es dort Livemusik, Kinderprogramm, Gastronomie, Messedörfer zu den Themen von Handwerk bis Tourismus und das Ziel des Alpinathlons. Hier haben sich die Festival-Erfinder eine neue Sportart aus Klettern, Radeln und Laufen ausgedacht, an der jeder teilnehmen kann. Nach dem Klettern in der Halle in Auerbach müssen zwischen 30 und 50 Kilometer per Rad bzw. Pedes absolviert werden. Nicht nur dieser zweite Höhepunkt dürfte interessant für die Bewohner der Metropolregion Nürnberg sein: „Die Erreichbarkeit des Tales mit dem Zug ist für sie optimal“, hofft das Orga-Team auf großen Zulauf.
Eingerahmt werden die Veranstaltungen der vier Tage, die von den Kommunen, Sponsoren und Teilnehmergebühren finanziert werden, von Workshops rund um Klettern, Naturschutz und Outdoor-Sportarten wie Kajakfahren oder Mountainbiken, einem Zeltplatz, Kinderbetreuung und Shuttleservice.
Damit sich das 1. Internationale Frankenjura-Kletterfestival nicht in den Orten und Dörfern des weitläufigen Gebiets zerläuft, so König, bietet die Marke „Frankenpfalz“ das schützende Dach. Unter diesem, hoffen die Organisatoren, werden sich viele Ideen auch seitens der Bürger entwickeln, damit das Fest bei allen einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Andrea Pitsch
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