HARTENSTEIN – Di
e erfolgreiche Ausstellung des Hersbrucker Kunstmuseums KMH über die Scherenschnitte der verstorbenen Hartensteiner Burgherrin Olga Haunhorst gastiert mit ausgewählten Objekten ab Samstag auf der Burg Hartenstein. Eröffnung ist heute um 18 Uhr.
Olga Haunhorst, Jahrgang 1894, wuchs in einer großbürgerlich-intellektuellen Familie im Rheinland auf. Sie besuchte ein Schweizer Mädchenpensionat, wo sie alle europäischen Sprachen sowie Japanisch fließend erlernte. Die Liebe zur japanischen Kultur begleitete sie ein Leben lang. Sie heiratete den wesentlich älteren Dr. Hans Anna Haunhorst, der als Diplomat in Japan und im Vatikan gearbeitet hatte. Mit ihm, aber auch zunächst in seinem Schatten lebte sie auf Burg Hartenstein.
Olga Haunhorst war eine Dame von Welt – mit hohem intellektuellen wie kreativen Potenzial. Doch die Wahl-Hartensteinerin fügte sich in die Gegebenheiten ihrer Herkunft und ihres angeheirateten Standes und wirkte lange nur im Verborgenen künstlerisch.
Die Scherenschnitte sind von filigraner Schönheit und großer Ausdruckskraft: Symmetrische Faltschnitte wechseln mit ornamental-floralen Masken. Ihre Materialien sind vielseitig von Gold- und Farbpapier über Rupfen und Filz bis hin zu Japanpapier und sogar Leder. Haunhorst verstand es, ihrer Kunstform eine vollkommen neue Formensprache angedeihen zu lassen und somit diese Ausdrucksform der modernen Kunst zu öffnen
.
Die Ausstellung zeigt ein spannendes Bild der Künstlerin, die annähernd ein Jahrhundert Weltgeschichte erlebt hat. So finden sich in den Werken der frühen 20er Jahre noch klassische Scherenschnitt-Motive, wie sie typisch waren für die Ausbildung für „höhere Töchter“. Später jedoch erscheinen dort immer stärkere Einflüsse der schwarzafrikanischen Kunst, speziell der Masken. Weiteren großen Einfluss hatte auch die Kunst Pablo Picassos auf Olga Haunhorst.
Samstags, sonn- und feiertags von 10 – 17 Uhr, Eintritt (inkl. Besuch der Ritterausstellung) Erwachsene 4 Euro, Kinder ab 6 Jahren 2 Euro. Ein Katalog ist zum Preis von 20 Euro erhältlich.
Zur Eröffnung am heutigen Freitag, 18 Uhr, lädt der Freundeskreis alle Hartensteiner Bürger zu einem kostenlosen Besuch der Ausstellung ein.
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