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Ausflug in die Hersbrucker Schweiz

HERSBRUCK (ms) – „Dieses Hersbruck ist ja wirklich ein kleines Schmuckkästchen“, stellten die ehemaligen Dekane aus dem Kirchenkreis Nürnberg bei ihrem Jahrestreffen erstaunt fest. Kultur, Geschichte und Umgebung der Citta slow waren der Schwerpunkt der diesjährigen Tagung. Die Dekane – unter ihnen auch der frühere Landesbischof Dr. Johannes Friedrich – hatten sich ein großes Programm rund um Hersbruck vorgenommen.

Im Hirtenmuseum bewunderten die Ehemaligen die bunt bemalten, alten Schellenbögen, Glocken und Trachten und konnten nicht widerstehen, auch mal durch die flauschigen Schaffelle zu „wuscheln“. Sogar am Antilopenhorn, das gar nicht so einfach zu spielen ist, versuchten sich einige.

„Unglaublich“, entfuhr es dem ehemaligen Landesbischof Friedrich beim Anblick der riesigen Sammlung an vielfältigen Salz- und Pfefferstreuern aus Schlüsselfeld, die das Hirtenmuseum momentan in seiner Sonderausstellung beherbergt.

In der Scheune wurde eine kurze Pause eingelegt, die Bürgermeister Robert Ilg nutzte, um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, was Politik, Kunst und Kultur in Hersbruck angeht. Lob bekam die Gruppe vom Stadtoberhaupt scherzhaft für ihre Disziplin: Um die Kollegen zu Ilgs Begrüßung zu versammeln, genügte ein Pfiff vom gastgebenden Dekan Karl Grünwald. Der hatte neben dem Museumsbesuch auch eine Stadtführung mit Albert Geng – „dem wandelnden Stadtlexikon“ -, einen Besuch der Stadtkirche mit Dekan Dr. Werner Thiessen und des KZ-Denkmals sowie eine Bus-Rundfahrt durch die Hersbrucker Schweiz organisiert.

Bürgermeister Ilg erklärte vom Stadtrat über finanzielle Herausforderungen wie die Fackelmann-Therme bis zum KZ-Gelände und der Citta slow-Schnecke seinen Zuhörern in Kurzform das Wichtigste über Hersbruck. „Und Citta slow bedeutet nicht, dass wir verschlafen oder langweilig sind“, betonte der Bürgermeister. Im Gegenteil: In dem so hektischen Zeitalter sei es „manchmal gar nicht so schlecht, ab und zu mal einen Blick auf die Schnecke zu werfen“.

Er verriet den Gästen auch, dass im ersten Stock der alten Museums-Scheune, die momentan aus Brandschutzgründen umgebaut wird, bald standesamtliche Trauungen stattfinden sollen. Der frühere Landesbischof Friedrich, seit Februar Pfarrer im mittelfränkischen Bertholdsdorf, merkte an, dass in seiner Gemeinde standesamtliche Trauungen gegen über kirchlichen häufiger und daher für die Bürger offenbar besonders wichtig geworden seien. Ilg berichtete aus seiner bisherigen Erfahrung von sowohl pompösen als auch schlichten Veranstaltungen mit „schneller Unterschrift“.

Auf die Begeisterung, mit der die Besucher das „hübsche Städtchen“ lobten, erwiderte der Bürgermeister: „Manchmal braucht es eben Besuch wie Ihren, um sich der Schönheit unserer Stadt wieder bewusst zu werden.“

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