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Optimales Timing

HENFENFELD – Ein schönes Schlossfest hätten die Henfenfelder schon verdient gehabt, doch Petrus machte gleich mehrere Striche durch die Rechnung. Die zeitliche Verlegung des Singens und Musizierens im Schlosshof war so gesehen optimal.

Das Ambiente des Henfenfelder Schlosses und das Programm hätten nicht schöner sein können, doch Petrus hatte kein Einsehen. Vielleicht lag es auch am Thema der Predigt: Über die Taufe wollte Pfarrer Dr. Peter Baumann sprechen, vielleicht wäre ein Wüstenthema besser gewesen. Was dann kam, gab es noch nie beim Schlossfest: Ein plötzliches Unwetter duschte die Teilnehmer des ökumenischen Gottesdienstes derart ab, dass dieser abgebrochen werden musste.

Erst am Nachmittag gab es wieder einen Besucherzufluss, denn der Veranstalter, die Fränkische Volkstrachtengruppe „Hammerbachtal“, hatte ein vielseitiges Programm aufgestellt. Höhepunkt des Festes war das Singen und Musizieren im Schlosshof, welches erstmals am späten Nachmittag stattfand. Der Posaunenchor unter der Leitung von Klaus Lämmel eröffnete mit einer flott aufgespielten „Fuchsgrabenpolka“.

Neben einer großen Gästezahl begrüßte Bürgermeister Gerd Kubek auch Landrat Armin Kroder, MdL Dr. Thomas Beyer und seinen Bürgermeisterkollegen Laszlo Kreisz aus der Partnergemeinde Taksony. Dank sprach er im Namen der „Hammerbachtaler“ der Sparkasse für die finanzielle Unterstützung und an Denette Whitter für die Überlassung des Schlossareals aus.

Vorzügliche Akustik

Von der vorzüglichen Akustik des Innenhofes profitierte die Hammerbachtaler Stubenmusik. Flott spielten sie mit ihren Saiteninstrumenten das „Franzosenweib“ auf. Auch das hiesige „Drah‘ di um auf d Nacht“ fand großen Zuspruch beim Publikum. Besondere Klänge wurden bei „Mazeltov“ hörbar, einem russischen Volkslied.

Die Spezialität der Hammerbachtaler Sänger ist humorvolles Liedgut. Dem Publikum präsentierten sie die „Sunntochsrouh“, die mit Tücken behaftet sein kann. Riesengelächter gab es beim Lied vom „Gaaßmogn‘, bei dem vom Leid eines Schneiders berichtet wurde. Ein echter Klassiker wurde mit dem „Firrabächer“ geboten, vorzüglich und kraftvoll wurde er in drei Stimmlagen vorgetragen.

Auf die Spuren von Elvis Presley begab sich der „Gemischte Chor im MGV 1873“, als er unter der Leitung des neuen Dirigenten Ernst Fischer „Can t help falling in love“ anstimmte. Hier gefiel dem Publikum der feine gesangliche Vortrag. Mit „Have a nice day“ rundete der Chor seinen Beitrag ab, bewies auch hier, dass die Zusammenarbeit mit dem neuen Chorleiter Früchte trägt. Fetzig wurde es, als der Posaunenchor „Rockfantasien“ erklingen ließ. Nach einem Schlusswort von Bürgermeister Gerd Kubek stimmten alle Gäste mit den Musikanten das Lied der Franken an. Trotz kühler Temperaturen fand das Fest einen versöhnlichen Ausklang, wofür zahlreiche Helfer ihr Bestes gaben.

Johann Dechant

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