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Alfeld

Von „Houterern“ und „Buschn“

Alfeld ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Nürnberger Land, hat aber eine der traditionsreichsten Kirchweihen. Wo sonst spannt man 200 Meter Seil quer übers Dorf, hängt Bäumchen und Schweinsblase dran und huldigt so der Dorfgeschichte? Auch die ist einmalig: 300 Jahre lang war der Ort in zwei Herrschaftsgebiete geteilt. Mit der Kirchweih am Sonntag nach Bartholomäus Ende August feiern die Alfelder daher auch die Wiedervereinigung ihres Dorfes. Im Jahr 1505 nämlich wurde es als Folge des Landshuter Erbfolgekrieges in einen nürnbergerischen und einen pfälzischen Teil getrennt. Das blieb so, bis im Februar 1806 die Franzosen einmarschierten. Im September des Jahres wurde Alfeld dem Königreich Bayern einverleibt und damit wieder vereint. In dieser Zeit entstand der berühmte Kirchweihbrauch: Neben dem Kirchweihbaum kommt ein goldener „Buschn“, ein Fichtenbäumchen, das in einem zylinderförmigen Behälter steckt und die Hoffnung, dass Alfeld nie mehr getrennt werden möge, zum Ausdruck bringt, zum Einsatz.  Auch sonst ist die „Alfelder Kirwa“ etwas anders: Ausgetanzt wird der Baum erst am Montagabend und dabei der „Houterer“, der Oberkirwabursche, bestimmt.

Alfeld macht schon lange musikalisch von sich reden. Seit 1863 gibt es die Alfelder Musikanten. Die können heute einige Rundfunk- und Fernseherfahrung vorweisen. Im Hauptort mit seinen knapp 800 Einwohnern gibt es gleich zwei Gesangvereine, einen Kirchen und einen Posaunenchor. Wieder ins Leben gerufen wurden 2006 auch die Alfelder Moila. Ein Gesangstrio mit diesem Namen hatte es bereits 1951 gegeben, das damals auch zwei Schallplatten besungen hatte. Vereinsleben wird in der Gemeinde Alfeld überhaupt groß geschrieben. Gefeiert wird in Alfeld daher oft und gern, jedes Jahr Ende Juli findet das Dorffest statt. In Lieritzhofen hat sich seit Jahren das Backofenfest Mitte August etabliert.

Die evangelische Pfarrkirche St. Bartholomäus inmitten eines befestigten Friedhofs ist großenteils aus romanischer Zeit und eine der ältesten im Hersbrucker Land. Alfelds Fels- und Hügellandschaft lockt auch zum Wandern  auf Rundwegen von bis zu 13 Kilometern. Im Winter ist vor allem das Gebiet um Waller und Lieritzhofen sehr gut zum Langlauf geeignet.

Stolz sind die Alfelder auf ihre gute Infrastruktur. Neben Doktor, Zahnarzt, Bäckern, Metzgern und Kindergarten steht hier die zweitkleinste Schule Bayerns. Schon lange wird hier in kombinierten Klassen unterrichtet. Mittlerweile wird die Minischule schon als bayerisches Musterbeispiel angesehen. Immer wieder kommen Lehrkräfte von anderen Schulen, um zu sehen, wie in Alfeld Hänschen von Hans lernt.


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