An der Goldenen Straße
Reisende, Transporte und reger Verkehr prägten Reichenschwand seit seiner Entstehung: Am 2. Juli 1225 wurde der Ort als „Reicholtswant“ erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich hatte der „Edle Richolf“ oder „Richold“ dort eine Rodungssiedlung ermöglicht, direkt an der „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Prag bot sie gute Einkunftsmöglichkeiten. 1557 umfasste Reichenschwand bereits 28 Anwesen, eine Badstube, ein Hirtenhaus, eine Schmiede, ein Eisenhammergut und eine Mühle. Dazu kamen noch die beiden Schankstätten „Roter Ochse“ und „Goldner Löwe“. Der steht heute noch am gleichen Ort.
300 Jahre lang prägte das Herrengeschlecht derer „von Furtenbach“ den Ort. Ihr Sitz auf einer Pegnitzinsel am Rande des Dorfes wurde 1531 von einer Wasserburg zum Renaissanceschloss umgebaut. 1832 bekam das Schloss den heutigen neugotischen Stil. Die Wöhrl-Akademie und das Schloss-Hotel sorgen heute dafür, dass Besucher aus ganz Deutschland hierher finden. Der gepf egte Schlosspark mit seinen 33 000 Quadratmetern ist öffentlich und einen Rundgang wert. Die Lage Reichenschwands an der „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Prag brachte Wirtschaft und Wachstum ins Dorf, aber auch marodierende Soldaten.
Der 30-jährige Krieg schonte bei einer Zerstörung im Jahr 1633 lediglich das Schulhaus, ein Bauernhaus und die Albanuskirche. 1754 wurde deren Langhaus unter Verwendung der alten Chormauer neu erbaut. Es zeigt reichen Rokoko-Stuck. Daneben liegt das im Jahr 2004 sanierte Fachwerkpfarrhaus. Es ist mit seiner Datierung aus 1557 das älteste Haus des Ortes. Das Eingangsportal zum Kirchhof wird von der metallenen Figur eines monumentalen Schwans, der Wappenfigur der Furtenbacher – auch dem heutigen Ortswappen – bekrönt. Mit Uli Olpps Kuhbrunnen und dem neuen Schlossartigen Bau ist der Kirchplatz ein schöner Dorfplatz und ein Treffpunkt für Jung und Alt, die bei Kirchweih und vielen anderen Festen der örtlichen Vereine gerne zusammenkommen!
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