Burgen & Schlösser

Von Raubrittern und Schlossherren

Schloss Hersbruck

Wo heute das Amtsgericht Nürnberger Land seinen Sitz hat, war die Keimzelle der Stadt Hersbruck. Hier stand der Wirtschaftshof, der die Haderichsbrücke und damit die Zolleinnahmen sicherte. Schon vor dem Jahr 1000 war dort eine Burg mit Turm und Kemenate zu finden. Durch die Einverleibung in das Landgebiet der Nürnberger im Jahr 1504 folgte wenige Jahre später der Abriss und für den Pfleger der Bau eines, zunächst, einfachen Schlosses. Von 1616 bis 1622 wurde der Bau vergrößert und um die Seitenflügel und die beiden achteckigen Türme erweitert, bis der Nürnberger Reichsstadt das Geld ausging. Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg schmückte sich Hersbruck mit dem „bemerkenswertestem der von den Nürnbergern neu erbauten Pflegschlösser der Renaissancezeit“. Der einstige Wehrbau war und ist heute lediglich am Graben zu erkennen, denn zur Stadt hin zeigt sich das Schlösschen von seiner repräsentativen Seite. Aufgrund der Lage an der „Goldenen Straße“ haben im 18. Jahrhundert zweimal deutsche Kaiser auf dem Weg von oder zur Krönung in Böhmen im Schloss genächtigt. Vom früheren Glanz zeugen aber nur noch einige Stuckdecken, die nun die Verhandlungszimmer zieren.

Schloss Hersbruck
Schloßplatz, 91217 Hersbruck



Schloss Reichenschwand

Seine wechselvolle Geschichte mit einigen Umbauten sieht man dem schmucken neugotischen Schloss in Reichenschwand wahrlich nicht an. Im 14. Jahrhundert war das Schloss lediglich ein befestigtes Wohnhaus mit Wassergraben, das sich unter der Raubritterfamilie von Ratz in eine trutzige mittelalterliche Burg verwandelte. Unter den Herren von Furtenbach erhielt Reichenschwand sein heutiges Gesicht: Das Insel-Schloss wurde mit viereckige Mauern, die später abgerissen wurden, und vier Sandsteintürmen versehen, der Wassergraben wurde zum Ziergarten und der Springbrunnen wird seitdem von Wasser gespeist, das vom Hansgörgel, dem Reichenschwander Hausberg, hinunter schießt. Von den verheerenden Bränden ist heute nichts mehr zu sehen. Nach dem 2. Weltkrieg quartierten sich die Amerikaner im Schloss ein, bevor es zum Schrotkurhaus wurde. Heute beherbergt das Schloss Hotel und Restaurant.

Schloss Reichenschwand
Schloßweg 12, 91244 Reichenschwand?, Tel. 09151 862686
http://www.schlossreichenschwand.de



Schloss Vorra

Der Ursprung des Vorraer Schlosses ist auf den Nürnberger Patrizier Karl Tetzel zurückzuführen, der es zu Beginn des 17. Jahrhunderts anstelle eines Bauernhauses erbauen ließ. Nachdem ein Feuer 1780 den gesamten Ort zerstört hatte, wurde es im selben Jahr und nochmals nach einem Abriss Ende des 19. Jahrhunderts zum Teil wieder aufgebaut bzw. im Schlossgarten ein neue Räumlichkeiten erbaut. Heute ist im Schloss ein Schullandheim untergebracht.

Schloss Vorra
Hirschbacher Str. 2, 91247 Vorra



Schloss Artelshofen

Nicht weit vom Ufer der Pegnitz liegt das Artelshofener Schloss. Mit seinen runden Ecktürmen und einem turmartigen dreistöckigen Gebäude gilt es heute als typischer Vertreter eines Nürnberger Patriziersitzes. Ende des 13. Jahrhunderts wurde es von den Herren von Ortolzhofen als Wasserschloss erbaut. Danach wanderte es in die Hände verschiedener fränkischer Adelsfamilien, bevor es im 16. Jahrhundert in Patrizierbesitz überging. Der Kern des Schlosses wurde von den feinen Herren erhalten, um 1550 nach Süden erweitert. Nach der teilweisen Zerstörung im zweiten markgräflichen Krieg erfuhr es ab der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts keine wesentlichen Umgestaltungen mehr.

Schloss Artelshofen
Am Schloss 1, 91247 Vorra



Burg Hartenstein

Am Rande des Ortes erheben sich die festungsartigen Mauern der Burg Hartenstein. Vom ursprünglichen Bau aus dem 12./13. Jahrhundert ist nur noch der dreistöckige Pallas sowie Torhaus, Brunnenhäuschen und die kleine Kemenate erhalten. Der Burg ist ihre bewegte, ja im Spanischen Erbfolgekrieg gar dramatische, Geschichte noch heute anzusehen: Kaiserliche Truppen nahmen das Gemäuer ein, sprengten Türme und Basteien. Die erheblichen Schäden führten zu einem weitgehenden Abbruch der Gebäude der unteren und oberen Burg, was zum heutigen Erscheinungsbild erheblich beitrug. Zurzeit wird die Vergangenheit der Hartensteiner Burg intensiv erforscht. Wissenswertes über das fränkische Rittertum zeigt bereits eine Ausstellung in der Burg.



Burg Veldenstein

Hoch über dem Ufer der Pegnitz erhebt sich die Burg Veldenstein mit ihren Wällen, Mauern und Türmen. Aufgrund ihrer schwer einzunehmenden Lage fungierte die Burg bereits um 980 als Bollwerk gegen die heidnischen Wenden. Viele Herren und Geschmäcker sorgen für häufige Umbauten: Im 15. Jahrhundert wurde die trutzige Amtsburg mit dem 21 Meter hohen Bergfried in eine Residenzburg verwandelt und bekam dadurch ihre jetzige Ausdehnung. Während der Dreißigjährige Krieg den Gemäuern wenig anhaben konnte, beschädigte ein Blitzeinschlag im Pulverturm die Burg stark. Wie viele andere herrschaftliche Bauten sah auch das denkmalgeschützte Veldenstein viele Herren, darunter die Familie Göring und den Staat. In lauen Sommernächten ist die Burg ein unvergleichliches Ambiente für Konzerte.

Burg Veldenstein
Burgstraße 12, 91284 Neuhaus, Tel. 09156 633
http://www.burg-veldenstein.de



Burg Hohenstein

Hoch oben, auf 634 Metern Höhe mitten im Fränkischen Jura, liegt mit der Burg Hohenstein der beste Aussichtspunkt des Nürnberger Landes. Im Mittelalter Sitz eines Vogtes und später wechselnden Burgherren, mehreren Eroberungen und Bränden bis 1590, wurde sie wieder errichtet. Heute gilt sie als Wahrzeichen der Frankenalb. Höchster bewohnter Punkt in Mittelfranken, ganzjährig Anziehungspunkt nicht nur für Burgen- und Kulturliebhaber, sondern auch für Wanderer und Skifahrer

Burg Hohenstein
91241 Kirchensittenbach,09152 423
 http://www.burg-hohenstein.com



Kirchensittenbacher Schloss

Eingebettet in sanfte Hügel und Mischwälder liegt malerisch am Sittenbach das Tetzelschloss zu Kirchensittenbach. Das Hauptgebäude der weitläufigen Schlossanlage wurde von 1590 -1595 im Auftrag des Patriziers Jobst Friedrich von Tetzel neben den Resten eines alten Wasserschlosses errichtet. Aufgrund seiner Vollständigkeit und Geschlossenheit nimmt die Anlage eine Sonderstellung unter den Herrensitzen des Nürnberger Landes ein. So umfasst das Schloss mit zwei Sandsteinscheunen, Wassergraben und dem ehemaligen Waschhaus mehrere historische Nebengebäude. In Führungen oder beim Kinosommer lässt sich das Flair des Tetzelschlosses spüren!

Kirchensittenbacher Schloss
Schloß 1, 91241 Kirchensittenbach
 http://www.tetzelschloss.de



Schloss Henfenfeld

Über dem Örtchen wacht auf einem Hügel das Henfenfelder Schloss. Im Markgrafenkrieg 1552/53 erlebte der Adelssitz seine schwärzeste Stunde, als er komplett eingeäschert wurde. Doch schon bald darauf wurde das Schloss wieder aufgebaut. 1624 kam der Treppenturm hinzu, ansonsten wurde an der äußeren Gestalt im Gegensatz zum Inneren nur wenig verändert. Heute genießt das Schloss als Opern- und Konzertakademie einen internationalen Ruf. Konzerte, Ausstellungen und weitere Events lassen Leben in die alten Gemäuer einziehen!

Schloss Henfenfeld
Am Schloss 12, 91239 Henfenfeld
http://www.schloss-henfenfeld.de



ehem. Pflegschloss Velden

An der Südwestecke der Stadtbefestigung erhebt sich ein dreistöckiges Gebäude mit hohem Halbwalmdach, das ehem. Veldener Pflegschloss. Aufgrund von Wappen an der Außenwand, dem Westflügel und dem Gesindehaus von außen hübsch anzusehen. In Inneren verbergen sich ebenfalls zahlreiche sehenswerte Schätze: Kreuzgewölbe, Spunddecken, ein Treppe mit barockem Geländer, ein rot-weisse Pflasterung aus der Renaissance sowie Reste von Wandmalereien sind nur einige der Kostbarkeiten. Das Schloss wurde 1808 vom bayerischen Staat an Bürger verkauft, diente nach der Zerstörung Veldens mehreren Familien als vorübergehende Unterkunft und ist heute noch zum Teil in Privatbesitz.

Pflegschloss Velden
Schlosshof 4, 91235 Velden a.d. Pegnitz
http://www.velden.de



Schloss Thalheim

Zum Schutz des Thalheimer Hammerwerks wurde das vom Bach umflossene Schloss erbaut. Nachdem ihm ein Hochwasser erheblichen Schaden zugefügt hatte, ließ der Nürnberger Patrizier Siegmund Elias Holzschuher einen neuen zweigeschossigen Walmdachbau errichten, der bis ins 20. Jahrhundert Sitz der Nürnberger Patrizier war. Nach einem Großbrand im Jahr 2003 und der Restaurierung wurde das Schloss mit dem Denkmalpreis des Bezirks Mittelfranken ausgezeichnet.

Schloss Thalheim
Am Schloss, 91230 Happurg



Schloss Neidstein

Auf waldiger Höhe von 524 Metern erhebt sich das Schloss Neidstein. Über dem gut erhaltenen Wohnschloss ist noch heute die Ruine von der 1504 zerstörten Burg zu sehen.

Schloss Neidstein
Neidstein Haus Nr. 1
, 92268 Etzelwang

 

 

 



Schloss Eschenbach

Bereits um 1330 wurde die damalige Wasserburg in Eschenbach erstmal erwähnt. 1552 machte ihr jedoch der markgräfliche Krieg den Garaus. Heute erinnert nichts mehr an die dramatischen Ereignisse, denn das Schloss wurde komplett wieder aufgebaut. Seitdem blieb es nahezu unverändert erhalten und ist seit 1508 im Besitz des Nürnberger Patriziergeschlechts der Freiherren von Ebner-Eschenbach.

Schloss Eschenbach
Eschenbach 41, 91224 Eschenbach-Pommelsbrunn



Weitere Schlösser

In der Oberpfalz finden sich in Haunritz, Högen und Kirchenreinbach ebenfalls drei reizvolle Schlösschen. In Haunritz befindet sich das Älteste dieser drei Bauwerke, denn es entstand bereits im 15. Jahrhundert zusammen mit einem Hammerwerk. Ein schmuckloser Schlossbau folgte zwei Jahrhunderte später in Högen. Einfach, aber sehr monumental präsentiert sich das Schloss in Kirchenreinbach, das jahrzehntelang als Schulhaus genutzt wurde und sich seit 1860 in Privatbesitz befindet.


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