Museen

Ein dunkles Kapitel

Dokumentationsstätte KZ Hersbruck

Wer sich des Vergangenen nicht erinnert, ist dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben. Diesem Leitsatz, der einen Gedenkstein auf dem ehemaligen Hersbrucker KZ-Gelände ziert, hat sich die Dokumentationsstätte KZ Hersbruck verpflichtet. Dort, wo Touristen und Einheimische ihr Auto parken, um ins Strudelbad zu gehen, stand von August 1944 bis April 1954 ein Außenlager des KZ Flossenbürg. Das harte und unbarmherzige Regiment führte die SS. Die Häftlinge mussten eine unterirdische Stollenanlage für die Rüstungsindustrie in den Berg Houbirg bei Happurg, das „Doggerwerk“, treiben. Wenig Nahrung, Drill und körperliche Anstrengung ließen innerhalb dieser kurzen Zeit nahezu 4000 Menschen ihr Leben verlieren. Die Bevölkerung verweigerte sich größtenteils davor, dies alles zu wissen. Erst gegen Ende der 90ere-Jahre begann der Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck mit der Aufarbeitung, die in einem Museum, Infotafeln, Veranstaltungen und Buchveröffentlichungen mündete. Die Dokumentationsstätte gibt Aufschluss über das KZ-Gelände, die Doggerstollen, die Todesmärsche und die Opfer.

Öffnungszeiten:
von April bis September von 10 Uhr bis 19 Uhr

Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V.
Mauerweg 17, 91217 Hersbruck, Tel. 09151/822920
http://www.kz-hersbruck-info.de


Von Hirten und Schafen

Deutsches Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck

Im Zentrum der Altstadt in einem Ackerbürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert ist seit 1933 ein einzigartiges Spezialmuseum zur Hirtenkultur der Welt beherbergt. Tiere waren zur Entstehungszeit des Museums der wichtigste Besitz des Menschen und das noch bis in das vergangene Jahrhundert hinein. In und um Hersbruck gab es bis in 1960er-Jahre hinein einen Gemeindehirten, der das Vieh der Stadt hütete. Das Museum gibt einen Einblick in das Leben und Arbeiten der Hirten in der damaligen Zeit: Kleidung, Gebrauchsgegenstände, Arbeitsgeräte, Musikinstrumente und Kunsthandwerk gehören zu den Ausstellungsobjekten ebenso wie die für die Region typischen Schellenbögen – gebogene Holzbretter mit einer Glocke zum Widerfinden der Tiere. Figuren und Gegenstände aus Frankreich und sogar Afrika beleuchten das Hirtenwesen in der weiten Welt.

Zusammen mit der Abteilung „Mensch und Tier“ in der Museumsscheune, die modernsten Museumsansprüchen gerecht wird, beleuchtet das Museum alle Facetten des Zusammenlebens dieser beiden Spezies. Erlebbar werden die Inhalte bei der Museumspädagogik: Hier können Gruppen Butter selbst herstellen oder die Wollproduktion hautnah miterleben und ausprobieren. Diverse Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten Themen bereichern das Museum. Hirtentag (6. Januar), Schaffest (1. Sonntag im Mai) oder das Museumsfest im September sind wahre Publikumsmagneten, die Musik, Kulinarisches und Handwerk miteinander verbinden.

Öffnungszeiten:
Di. bis So. von 10 Uhr bis 16 Uhr

Deutsches Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck
Eisenhüttlein 7, 91217
Hersbruck, Tel. 09151/2161
hirtenmuseum@hersbruck.de


Aquarelle, Ölmalereien & Co.

Kunstmuseum Hersbruck

Seit September 2000 ist die Kunst in das Einlasshaus am Spitaltor eingezogen: Das Hersbrucker Kunstmuseum hat dort in kleinen, verwinkelten Räumen seine Heimstatt gefunden. Mindestens viermal im Jahr werden Werke aus dem Fundus des Museums, aktuelle Leihgaben oder Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Arbeiten von Künstlern, deren Leben und Schaffen einen Bezug zur Gegend haben oder hatten. Denn auch Kunstschaffende der Vergangenheit werden in Retrospektiven gewürdigt. Stilen, Techniken und Themen sind im Kunstmuseum keine Grenzen gesetzt.

Teil des Museums ist der öffentlich zugängliche Skulpturengarten im Stadtgraben. In das Umfeld aus historischem Gemäuer und naturbelassener Bepflanzung sind sehr unterschiedliche Werke zeitgenössischer Kunst integriert und erfüllen damit das Anliegen des Museums, professionelle Kunst vor Ort und nicht nur in großen Städten zu zeigen.

Öffnungszeiten:
Mi. bis Fr. von 15 Uhr bis 18 Uhr und So. von 14 Uhr bis 16 Uhr


Kunstmuseum Hersbruck am Spitaltor
Amberger Str. 2, 91217 Hersbruck, Tel. 09151/862575
http://www.kunstmuseum-hersbruck.de


Geschwindigkeit spüren

Dauphin Speed Event Hersbruck

Liebhaber alter Autos und Zweiräder zeiht es in die Dauphin Speed Event-Halle. Der moderne Bau beherbergt eine hochkarätige und geschichtsträchtige Privatsammlung von Oldtimern der Extraklasse, die ihresgleichen sucht. Ausgestellt sind über 100 Renn- und Sportwagen sowie über 150 Motorräder, die in der Geschichte des europäischen Motorsports für Furore gesorgt haben: die Crème de la crème der Rennpisten – einsatzbereit und exzellent restauriert. Besichtigt werden kann die einmalige Sammlung von blitzblank geputzten Raritäten nur in Gruppen und auf Anfrage.

Dauphin Speed Event
Industriestraße 11, 91217 Hersbruck, Tel. 09151/ 814890
Ansprechpartner: Claudia Hlawatschke & Tanja Will, info@dauphinspeedevent.de
http://www.dauphinspeedevent.de


Hauen, Stechen und Hofieren

Burg Hartenstein

Wo könnte eine Ritterschau besser ausgehoben sein, als auf einer echten Burg? Eine in Franken einmalige Ausstellung zur Geschichte des Rittertums in Franken bietet die Burg Hartenstein. Dutzende Geschlechter lebten im Land an der Pegnitz, auch auf der wehrhaften Anlage in Hartenstein. Die Flüsse und Hügel boten einen perfekten Schutz vor Angreifern. In einer modernen Ausstellung in alten Räumen zeigt die Burg verschiedene Ritterrüstungen und klärt über Ausbildung, Etikette und Tugenden eines Ritters auf. Trotz christlichem Wertesystem waren Krieg, Fehde und Turnier – also der Kampf um das schöne Burgfräulein – das Tagwerk eines jeden Ritters. Den Besucher darin eintauchen zu lassen, hat sich die Burgschau zur Aufgabe gemacht.

 

Öffnungszeiten:
Sa., So. und Feiertags von 10 Uhr bis 17 Uhr

Burg Hartenstein
Burg 1, 91235 Hartenstein, Tel. 09152/9282197
http://www.ritterhartenstein.de


Blick in vergangene Zeiten

Heimatmuseum Pommelsbrunn

Wer zwei überregional bekannte Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte der Region sehen möchte, sollte nach Pommelsbrunn ins Heimatmuseum fahren. Dort können dann Knochen von einst in der Region lebenden Affen, Hyänen, Höhlenbären und eine Kopie eines Weisheitszahnes des ältesten Menschen, den man in Bayern bislang nachweisen kann, bestaunt werden. Diese archäologischen Kostbarkeiten wurden in der Steinberghöhle bei Hunas gefunden. Ein weiteres Highlight sind die Funde von der Houbirg bei Happurg. Daneben lockt das Museum auch Fossilienliebhaber. Eine Abteilung des Hauses zeigt steinerne Schätze im Alter von 120 bis 140 Millionen Jahren aus der Umgebung. Die Heimatgeschichte des Ortes kommt ebenfalls nicht zu kurz. Lebendig dargestellt wird sie in zahlreichen Guckkästen, so genannten Dioramen, die in kleinen Landschaften und mit Zinnfiguren bestückt dörfliche Ereignisse veranschaulichen. Historische Urkunden und Gemälde runden die Abteilung ab. Bereichert wird das Museum durch ein Kinderpädagogisches Konzept sowie wechselnde Sonderausstellungen über Comics, die Titanic, Winnetou oder die Goldene Straße.

Öffnungszeiten:
So. von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung


Heimatmuseum Pommelsbrunn
Kirchplatz 2, 91224 Pommelsbrunn, Tel. 09154/1207
http://heimatmuseumpommelsbrunn.de

 



Töff, töff, töff

Privates Eisenbahnmuseum Artelshofen

Lokschilder, Armaturen, Signallaternen und Uniformen: Die private Sammlung von Rudolf Poppendörfer lässt das Herz eines jeden Eisenbahnfans höher schlagen. In jahrelanger Arbeit hat der Artelshofener unzählige Schilder, Abzeichen, Fotos, Tonaufnahmen und Originalteile zusammengetragen. Neben Modellbahnen und Fahrkartensammlungen sind technische Beschreibungen, Konstruktionspläne, Bierkrüge, Gläser und Verdienstmedaillen zu sehen. Besichtigt werden kann der Fundus nur nach Voranmeldung.

Privates Eisenbahnmuseum von Rudolf Poppendörfer
Langäcker 2, 91247 Vorra-Artelshofen, Tel. 09152/8602,
rudolf.poppendoerfer@t-online.de
(Besichtigung nur nach Voranmeldung!)



Ein Blick in die Vorgeschichte

Urzeitbahnhof Hartmannshof

Er ist eine wahre Schatzkiste der Ur- und Frühgeschichte, der Urzeitbahnhof Hartmannshof. Im alten Bahnhofsgebäude direkt an den Gleisen finden sich über zwei Stockwerke verteilt erstaunliche Exponate zum Leben unserer Ahnen. Aufgebaut ist das Kleinod dabei wie eine Zeitreise, die ihren Anfang in der Eiszeit nimmt. Kaum zu glauben, dass hier einmal Waldnashörner, Höhlenbären oder Höhlenlöwen durch die Wälder strichen, während Neandertaler aus Hirschgeweihen Werkzeuge schnitzten. Ein winziger Teil dieses Urzeit-Menschen ist die Attraktion der Ausstellung:  Was da in der kleinen Vitrine im Fotogesicht eines Bartträgers steckt, ist der Abguss des Backenzahns eines Neandertalers. Das Original ist rund 60 000 Jahre alt. Der älteste Menschenrest, den man je in Bayern gefunden hat. Diese und weitere Kostbarkeiten hatten sich  in der Höhlenruine von Hunas jahrhundertelang versteckt – bis sie 1956 vom Erlanger Professor Florian Heller aus der Vergessenheit geholt wurden. Seitdem wurden 140 verschiedene Tierarten nachgewiesen. Immer wieder gruben Archäologen und Studenten der Uni Erlangen. Sie fanden Reste von Eulen und Füchsen, Hyänen und Pferden, Pollen und Pflanzen und alle sehr gut erhalten. Wie alt die Funde sind, ist noch nicht ganz klar. Die Schätzungen gehen von  270 000 Jahre über 80 000 bis 110 000 Jahre. Scherben, Pfeilspitzen, Knochen oder kunstvoll gefertigte Gewandnadeln setzen die Geschichte aus dem ersten Stock mit dem Ende der Altsteinzeit fort.

Öffnungszeiten:
1. November – 30. April
Dienstag bis Samstag jeweils 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, Sonn- und Feiertag von 10 bis 12 & 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr
1. Mai – 31. Oktober
Dienstag bis Samstag jeweils 13.30 Uhr bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag von 10 bis 12 & 13.30 Uhr bis 17 Uhr

Urzeitbahnhof Hartmannshof
Bahnhofstr. 7 a, 91152 Hartmannshof


Wie man früher planschte

Badmuseum im Dr. Otto-Braun-Haus Pommelsbrunn

Eine historische Stätte von überregionaler Bedeutung kann endlich von ihrer eigenen Geschichte berichten: Das historische Badhaus in Pommelsbrunn, das erstmals im Jahre 1486 dokumentiert wurde, ist seit Sommer 2011 ein Museum. Während die Diakonie im oberen Teil des Hauses arbeitet, finden sich unten unter anderem Hörstationen. Da reiste Jenny in die Vergangenheit, Schröpfköpfe wurden erklärt und auch die Kinder des Baders kamen zu Wort. Zur aufwändigen Präsentation des Badmuseums gehören viele Infos rund um Tonnengewölbe, Brunnen, Ofenfundamente und interessante Fundstücke.

Das kameraüberwachte Badmuseum kann ganztägig besucht werden und zwar über eine münzgesteuerte Öffnungsanlage. Kein Gruppenpreis, nur Einzelzutritt.

Badmuseum
Dorschstr. 2, Pommelsbrunn


Weitere Museen

Privates Rollermuseum Weigendorf
Gerald Schäfer, Tel. 09123/963710


Aktuelle Kultur‑Meldungen: Knappe Mehrheit für Hersbrucker „Stadthalle“ +++ Zwei verzaubern den Schlosshof +++ „Härtetest“ für die Neuhauser Burg +++ Seht her, wir sind die Citta slow! +++ Genuss mit musikalischen Kollegen +++