Wirtschaftliche Entwicklung

Stark dank Branchenmix

Viele Hanglagen, steinige Hochflächen und kleinteilige Fluren der Alb tragen zwar zum Reiz der Landschaft bei, erschweren aber die Bewirtschaftung. Dennoch ist die „Hersbrucker Schweiz“ von einer kleinräumigen Landwirtschaft geprägt. Seit jeher überwogen kleinbäuerliche Betriebe, deren Anteil aber nach und nach gesunken ist, vor allem auch, weil der Hopfenanbau, der früher in der Gegend um Hersbruck populär war, seine Bedeutung verloren hat. Auch aufgrund der allgemein gesunkenen Bedeutung des Agrarsektors ist Landwirtschaft heute größtenteils nur noch im Nebenerwerb möglich. Die Gemeinde der Region sind in der Regel Schlafstätten, denn die Bewohner pendeln zum Arbeiten in die größeren Städte.

Neben den verstreuten Bauernhöfen, die aus der Landschaft nicht weg zu denken sind, gehört ein starkes und vielfältiges Handwerk zum wirtschaftlichen Bild der Hersbrucker Schweiz. Bis in das 18. Jahrhundert hinein war in und um Hersbruck der Hopfenanbau und dadurch die „braune Bier-Bräuerey“ der wichtigste Erwerbszweig. Heute zeigen Handwerks- und Gewerbeschauen die Leistungsfähigkeit von Maurer, Schreiner & Co. und präsentieren ein solides Handwerk.

Spät hingegen begann die industrielle Entwicklung, die ihren Anfang mit der Nutzung von Wasserkraft und Bodenschätzen nahm. Die zahlreichen Mühlen an der Pegnitz und ihren Armen und Zuflüssen sind aber mittlerweile verschwunden oder nur noch eine malerische Erinnerung an die frühe Energiegewinnung. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich im Oberen Pegnitztal aus den Eisenhämmern Bronzewerke. Von diesen sind aber nur noch zwei vorhanden. Mit Werken der mittelständischen Grundstoffindustrie und einer überregional bekannten Brauerei wurde das Obere Pegnitztal zu einem industriellen Schwerpunkt.

Hersbruck dagegen blieb bis in die Nachkriegszeit ein Amtsstädtchen mit nur wenig Kleinindustrie. Erst in den 60er-Jahren kamen weitere familiengeführte mittelständische Betriebe hinzu. Diese sorgen für Kontinuität und Sicherheit. Die Unternehmen mussten sich im Zeichen der Globalisierung auf den weltweiten Wettbewerb einstellen und Einkauf, Produktion und Absatz international ausrichten. Mittlerweile reicht die Bandbreite von Bekleidung und Haushaltswaren über Kunststoff verarbeitende Firmen bis hin zu Brauerei und Weinkellerei. Mittelständische Unternehmen des Bau- und Ausbaugewerbes, der Möbelherstellung sowie der Kontakttechnologie und Firmen im Bereich Neuer Materialien, Medizin und Konsumgüter komplettieren den industriellen Sektor.

Der Handel hatte in der Hersbrucker Schweiz schon immer eine starke Position. In früheren Zeiten führten neben der „Goldenen Straße“ – der Handelsroute von Nürnberg nach Prag – weitere Verkehrsadern durch die Region. Im 19. Jahrhundert waren der Hopfenanbau und damit der lukrative Handel die Grundlage. Nach 1945 wurde die Familie Schickedanz der Motor des Handels und das Kaufhaus in Hersbruck ein Magnet sowie Impulsgeber. Mittlerweile ist der „Schickedanz“ nicht mehr in Familienbesitz. Der Einzelhandel in den Orten der „Hersbrucker Schweiz“ hat sich den Kundenwünschen und Veränderungen der Wirtschaft immer wieder angepasst. Inzwischen gehören neben kleinen Läden auch Einkaufszentren zum gewohnten Bild dazu.

Der überdurchschnittlich starke Gesundheitssektor und das Gaststätten- und Hotelgewerbe sind seit jeher die Vorzeige-Bereiche bei den vielfältigen Dienstleistungen der „Hersbrucker Schweiz“.


Aktuelle Wirtschafts‑Meldungen:

Ende der Bierkeller? +++ Bunte Leistungsschau +++ Wie entscheidet Kroder? +++ Die Bruecken verfallen +++ Die Bahn versucht den Salto rückwärts +++